Schick mir ein Zeichen, daß mein Hoffen sprieße,
Mein rastlos Grübeln endlich schläft und ruht!
Schick etwas Honig, der mein Haus versüße,
Daß ich das Beste hoff in Liebesglut.

Ich will nicht ein von dir geflochtnes Band,
Die Lieb zu knüpfen in den Zauberbund
Erneuter Jugend; keinen Ring – den Stand
Der Neigung zeigend – die gleich glatt und rund:

So sollten unsre Lieben schlicht sich finden!
Korallen nicht, die deinen Arm umschränken,
Die sich in schöner Harmonie verbinden –
Das heißt: im gleichen Grund ruh unser Denken!

Auch nicht dein Bild, aufs lieblichste zu sehen
Und sehr erwünscht, da es dir gleich geblieben,
Nicht kluge Zeilen, die schon häufig stehen
In all den Briefen, die du mir geschrieben !

Mich zu bereichern, schick mir nichts mehr her –
Nur schwör: du glaubst, ich liebe dich ! Nichts mehr !

John Donne

DENKSCHATZ_MORE_FROM

englischer Lyriker und Prediger
* 22.1. 1572 - London, England
31.3. 1631 - London, England
Please login to view comments and to post